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Der Fall Sarrazin: Die Linke schafft sich ab

Von | 05.09.2010, 15:25 | 6 Kommentare

Politischer Sonntag mit dem Weinportal CaptainCork: Thilo Sarrazins Thesen spalten vor allem die Linke. Sie hat sträflich versäumt, die Folgen der Zuwanderung zu diskutieren. Kein Wunder, denn der Linken ging es niemals um die Migranten. Und irgendwann explodiert es dann. Eine bekannte Grafikerin lebt in einem Wiener Problembezirk, hoher Anteil Migranten, bedingt vergleichbar mit Neukölln [...]

Foto: Richard Hebstreit, Lizenz: CC BY 2.0

Politischer Sonntag mit dem Weinportal CaptainCork: Thilo Sarrazins Thesen spalten vor allem die Linke. Sie hat sträflich versäumt, die Folgen der Zuwanderung zu diskutieren. Kein Wunder, denn der Linken ging es niemals um die Migranten.

Und irgendwann explodiert es dann. Eine bekannte Grafikerin lebt in einem Wiener Problembezirk, hoher Anteil Migranten, bedingt vergleichbar mit Neukölln in Berlin. Sie arbeitet für linksliberale Magazine und unterhält einen Blog, der ihre Einstellung deutlich macht. Gesellschaftskritisch, modern, eindeutig links der Mitte, das Wahlpendel wohl zwischen Grün und Sozialdemokratie ausschlagend. Doch was zu viel ist, ist zu viel.

In einem facebook-Thread über die Thesen Thilo Sarrazins dann spätnachts der Ausbruch: Sie habe es satt, tagtäglich von den Macho-Arschlöchern angemacht zu werden; sie kann mit dem Verhalten mancher Zuwanderer nicht umgehen. Und vor allem: Sie will es nicht; sie will diese Scheiß-Kultur nicht tolerieren. Leckt mich! Steinigt mich!

Und prompt wurde gesteinigt. Bekannte Journalisten und andere Freunde der Grafikerin, alle links und dezidierte Proklamateure einer offenen, liberalen und multikulturellen Gesellschaft, mahnten Besonnenheit an und forderten die Autorin auf, ihren Wutausbruch einem Dialog zu stellen, einer Diskussion. Gleich erhielt die Grafikerin in dem nun schon meterlangen Thread auch Unterstützung anderer Freunde, auch links, aber nicht unbedingt auf der Universität sozialisiert, sondern im Arbeitsleben. Diese ermahnten die mahnende Gruppe, sich endlich der Realität zu stellen, also zur Kenntnis zu nehmen, dass es mit der Migration und den Folgen der Migration auch Probleme gibt. Die verlangte Diskussion war also auf Schiene.

Doch wer glauben würde, die ermahnenden Verteidiger der multikulturellen und zuwanderfreudigen Gesellschaft würden die Diskussion lange mitmachen, der irrte. Mit dem Hinweis “Da steig ich jetzt aus” verabschiedeten sich die meisten Teilnehmer dieser Gruppe aus dem anwachsenden Thread. Und ausgestiegen wurde schon beim geringstem Zweifel an dem Gesellschaftsmodell der Zuwanderung. Zurück blieb die Gruppe um die Grafikerin. Und ein Riss, der durch die Linke geht.

In Österreich gibt es, anders als in Deutschland, seit Jahren eine Partei, die die Zuwanderung kritisiert. Sie tut dies aber nicht mit Argumenten; sie betoniert xenophoben und rechtsradikalen Dreck in das dringliche Thema. Und verhindert derart jegliche Auseinandersetzung. Diese Partei kann man einfach nicht wählen, gegen diese Partei muss man sein. Und natürlich auch gegen alle ihre Argumente. Was aber, wenn diese rechtsradikale Partei den Finger auf gesellschaftliche Wunden legt? Etwa die Wunde Migration und Zuwanderung?

Deutschland blieb eine solche Partei bislang erspart. Das Protestpotential wird hier von Links gebunden, in der Linkspartei, einer immer noch dubiosen Bewegung ewiggestriger Kommunisten und neuer Marxisten. Doch ihre Wähler wählen diese Partei nur aus Gründen des generellen Widerspruchs. Mit Links hat das nichts zu tun.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass fast 29% der Linkspartei-Wähler nach einer heute veröffentlichten Emnid-Umfrage eine zuwanderungskritische Protestpartei wählen würden. Und auch 17% der CDU-Wähler. Deutschland ist in der Realität angekommen. Doch die Geschichte Deutschlands, das Aufarbeiten der Vergangenheit und das Fehlen einer rechtsextremen Protestpartei machen eine sinnvolle Auseinandersetzung noch möglich. Leider ist das nicht garantiert. Und daran ist Thilo Sarrazin Schuld.

Denn Sarrazin hätte sich mit dem Aufzeigen der Fehlentwicklungen begnügen können. Er hätte das in seiner beleidigt-polemischen Art herrlich rübergebracht. Das Buch wäre ein gleich großer Erfolg geworden. Auch die etwas dumme These von der Verdummung Deutschlands wäre noch kein Postulat, an dem man groß Anstoß nehmen muss. Das hätte eine engagierte Öffentlichkeit auch leicht widerlegen können. Problematisch jedoch sind Sarrazins herrenmenschliche Gen-Thesen. Und seine Schlussfolgerung, dass die Zuwanderer aus der Türkei und den arabischen Ländern generell zu blöd wären, sich zu integrieren. Dann noch der Sager mit dem Juden-Gen (das Sarrazin übrigens einem Artikel des mir bekannten, eher links einzustufenden Journalisten Sascha Karberg entnommen hat) und der Schwachsinn über das kontrollierte Auswachsen der Zuwanderer, das alles hat Sarrazin erst mal das Kreuz gebrochen. Möchte man meinen.

Irrtum. Die deutschen Bürger, darunter viele SPD-Wähler und auch Parteigänger der Grünen, solidarisieren sich in Briefen und E-Mails mit Sarrazin, der eigentlich eine ganze Bevölkerungsgruppe an den Pranger gestellt, diskreditiert und letztlich auch zum Aussterben freigegeben hat. So dreist waren einst auch Österreichs Rechtsextreme, als sie darüber sprachen, dass man die Türken und Araber mit tausenden Zügen, Bussen und Flugzeugen wieder in ihre Heimatländer zurück transportieren sollte. Diejenigen, die das kundtaten, sitzen heute noch im österreichischen Parlament. An die Gen-These, an das Postulat der generellen Dummheit, der Unfähigkeit von Natur aus, daran aber hat sich nie ein österreichsicher Rechtsextremer getraut. Und auch kein holländischer oder dänischer. Das wäre zu viel geswesen. Der sicher nicht rechtsextreme Sarrazin aber traut sich das. Und wird von den Leuten durchgewunken. Offenbar sind die Probleme mit der Zuwanderung so groß, dass selbst der größte Schwachsinn die Debatte nicht zum Erliegen bringt. Sarrazin rules.

Die Linke in Deutschland steht mit offenem Mund da. Und greift auf alte Begriffe zurück: Auf “Rechtspopulist” (das ist Sarrazin mitnichten). Auf “Rassist” (auch Rassist ist Sarrazin keiner). Auf “Ausländerfeind” (das ist Sarrazin am wenigsten). Diese Stereotypen und die immer gleiche Reaktion der Linken wird von der Bevölkerung in diesem Falle als Realitätsverweigerung begriffen. Tenor: Von uns verlangt man, was man den anderen zubilligt. Und da ist was dran.

Denn seit Jahren schon wird das Verhalten mancher Zuwanderer außer Kritik gestellt. Der Zuwanderer, so der Eindruck der Bevölkerung, könne sich mehr erlauben, als jeder Deutsche. Das gilt natürlich nicht vor dem Gesetz, das alle gleich behandelt. Es gilt aber in der öffentlichen Meinung. Jegliche Kritik an archaischen Sitten und Bräuchen wurde lange Zeit als fremdenfeindlich und rechtsextrem gebrandmarkt. Eine Meinungsclique, die aus Angst vor alten Verhältnissen keine neuen zulässt, wird irgendwann dafür abgestraft werden. Die Höhe der Strafe wird gerade besprochen.

Der große Fehler dabei: Man hat Ehrenmorde, Clanverbrechen, Klitorisbeschneidungen und Ähnliches immer als bedauerliche Einzelfälle einer sonst sehr integrationswilligen Bevölkerungsgruppe dargestellt. Doch das ist schlicht unwahr.

Auch wenn man sich in die Nähe von Sarrazins Pauschalverurteilungen begibt, so muss man feststellen, dass in Kreisen muslimischer Zuwanderer bis auf wenige Einzelfälle ein krudes und starres Weltbild herrscht, das Frauenrechte verhöhnt, das Stamm, Clan, Sippe und vor allem Religion vor Staat und Gesellschaft stellt, das sich einer offenen und toleranten Gesellschaft bedient, sich aber keineswegs engagieren und integrieren will, weil es Integration als Assimilation begreift. Und Assimilation kommt nicht in Frage. Auch für die Linken nicht. Denn Assimilation ist der Tod der eigenen Kultur. Und die ist unbedingt zu bewahren. Das Authentische ist das Mitbringsel der Zuwanderung. Das Authentische, das den Deutschen so abgeht, weil es nach dem Krieg und der Nazizeit mit Grauen und Mord verbunden wurde. Hier liegt der Hund begraben.

Die Zuwanderung der Sechziger und Siebziger Jahre geschah aus ökonomischen Gründen und hat Deutschland beim Aufbau der wirtschaftlichen Stärke geholfen. Die Zuwanderung danach war oft Familiennachzug und Asylbetrug, der von den Linken instrumentalisiert wurde. Den Linken geht es schon seit den späten Achtzigern nicht mehr um die Zuwandernden, der Linken (und damit sind auch die Grünen gemeint) geht es um eine bunte und heimatlose Gesellschaft, die das verhasste und spießige Deutschland der Sechziger- und Siebziger Jahre ablösen soll. Das Gorleben-Brokdorf-Atomstaat-Deutschland. Das Wirtschaftswunder-Exportweltmeister-Deutschland. Das Pfälzer-Saumagen-Deutschland. Das alles war der postmarxistischen deutschen Linken auch ein Begriff für nicht verarbeiteten Nationalsozialismus.

Der Linken ging und geht es also nicht um die nach Deutschland kommenden und von ihnen willkommen geheißenen Menschen; der Linken ging und geht es um die Deutschen. Diese sollen sich ändern. Sie sollen multikulturell, offen, tolerant und aufnahmebereit werden. Der Deutsche als neuer Mensch. Ein Volk, auf das man stolz sein kann. Die deutsche Linke wollte eine anderes Deutschland installieren. Doch das hat Deutschland von ganz alleine geschafft.

Denn längst ist das Volk in weiten Teilen, wie es sich die Linke lang ersehnte. Religion ist bedeutungslos, Homosexualität kein “Problem”, Lebenskonstruktionen sind verhandelbar, Frauen- und Minderheitenrechte selbstverständlich. Der Deutsche hat sich Millionen Kilometer vom Dritten Reich entfernt. Außer Thilo Sarrazin, der wieder, wie einst die Nazis, die Gene bemüht.

Dieses andere Deutschland ist bemerkt worden. Im Ausland. Und von den Deutschen selbst. Sie sind zu Recht stolz auf ihren Pragmatismus, ihrem Trotzen gegen den Alarmismus deutscher Medien, ihre Gelassenheit damit, dass ihr Land auch Projektionsfläche neuer Träume geworden ist. Die Deutschen entdecken Deutschland als Heimat (vor allem in den Regionen). Und den Stolz auf Land und Leute. Das alles in einem liberalen und sogar linken Kontext.

In dieser neuen Verfassung ist es angesagt, über die Probleme der Zuwanderung reden zu dürfen. Von den Zuwandernden auch etwas verlangen zu dürfen. Das sehen inzwischen viele Linke so, etwa Regionalpolitiker, die auf die Leute hören. Und die Leute wollen ein Ende der Lüge.

Etwa die Lüge der Notwendigkeit von Zuwanderung. Weil Deutschland sonst ausstirbt. Weil niemand die Pensionen zahlt, wenn keine Zuwanderung erfolgt. Doch die Bürger sehen tausende junge Zuwanderer und auch die Söhne und Enkel der Zugewanderten, längst deutsche Staatsbürger, beschäftigungslos in den Innenstädten die Zeit totschlagen. Sie fragen sich, was diese Leute zur Pensionssicherung beitragen können. Und so gerät die Diskussion über Zuwanderung erneut auf eine falsche Schiene. Auf jene der ökonomischen Nützlichkeit. Es ist eine weitere Groteske, dass dieses Argument für die Zuwanderung gerade von der Linken als Schwert benutzt wurde.

Auch Sarrazin, welch Wunder als Bundesbanker, sieht die Ökonomie im Vordergrund. Ihm kostet die verfehlte Zuwanderung zu viel Geld. Er (und Millionen andere Deutsche) wollen nur mehr qualifizierte Zuwanderung, Zuwanderung, die der deutschen Ökonomie etwas bringt.

Das entbehrt nicht einer gewissen Obszönität. Und wieder ist es die Linke, die hier verzweifelt unterstützend tätig wird. Jedes Argument für Zuwanderung wird heilig gesprochen, denn es geht um eines der letzten Themen der Linken, die sich (bis auf die FDP) nur mehr von Sozialdemokraten (die CDU ist längst keine rechte Partei mehr) umgeben sieht. Erst ein gewisser Prozentsatz Zuwanderer, so die These der Linken, mache Deutschland zu einer lebenswerten und demokratisch sicheren Gesellschaft. Das ist aber ein Irrtum, ist jene Wunde, auf die Sarrazin seinen salzigen Finger legt.

Ein anderer Irrtum ist die Sprachendiskussion. Jeder Zuwandernde soll sehr schnell Deutsch können. Nicht, dass das nicht helfen würde, dass dies nicht sinnvoll ist. Aber die Sprache alleine zeigt nicht die Gesinnung, das Weltbild. Mohammed Atta sprach fließend Deutsch. Als er in einen der Zwilingstürme flog, pries er Allah. Auf arabisch.

Nein, der Grundfehler war (und ist), dass man Zuwandernden vor ihrer Zuwanderung nicht die Regeln der deutschen (und europäischen) Gesellschaft vermittelt. Man muss den Zuwanderern erklären, wie Demokratie funktioniert, dass der Staat nicht Geld druckt, sondern von Steuereinnahmen lebt, die über Leistung aller Art erwirtschaftet werden. Dass der Staat die Religion achtet, aber es nicht tolerieren kann, dass die Gesetze der Religion über den Gesetzen der Gemeinschaft stehen.

Man muss den Zuwanderern klipp und klar sagen, dass der Staat und die Gesellschaft die Familie achten und auch fördern, dass aber Clan-Stamm und Sippenverhältnisse, die den Staat im Handeln des inneren Kreises außer Kraft gesetzt sehen, nicht toleriert werden. Man muss den Zuwanderern aus muslimisch dominierten Gesellschaften erklären, dass die Frau unbedingt gleiche Rechte besitzt und diese Rechte jederzeit wahrnehmen kann; dass Homosexuelle hier nicht verachtet und mit dem Tod bestraft werden; dass andere Minderheiten und Religionen die gleichen Rechte besitzen. Und dass in Deutschland Gewaltenteilung herrscht.

Man muss den Zuwandernden aus muslimischen Ländern und Gesellschaften erklären, dass der Mann als Mann alleine wenig zählt, wenn der Mensch nicht nach Bildung trachtet; dass Bildung und Arbeit den gesellschaftlichen Aufstieg ermöglichen. Und die Erbschaft der Clan- und Sippendominanz außerhalb des inneren Kreises nichts zählt und nichts ermöglicht. Man muss auch den längst Zugewanderten erklären, dass sie ihre Kinder nicht aus dieser Gesellschaft abschotten dürfen, dass Ehre, Ehrverlust, Blut und Blutrache nicht toleriert werden.

Man muss den Zuwandernden, den Zugewanderten und ihren Kindern und Kindeskindern erklären, dass in Deutschland und weiten Teilen Europas universelle Rechte gelten. Und weil diese Rechte jahrhundertealten linken und liberalen Forderungen entsprechen, muss das die Linke erklären. Das hat sie nicht gemacht, das war ihr Fehler. Das stellt sie jetzt vor einem kaum zu kittenden Riss. Das Versagen der Linken in allen Angelegenheiten der Zuwanderung wird die Gesellschaft nachhaltig ändern. Nicht Deutschland schafft sich ab, wie Sarrazin postuliert, die Linke schafft sich ab. Man muss aufpassen, wer nun welches Gesellschaftsmodell präsentiert.

Dieser Text ist auch auf dem Weinportal CaptainCork erschienen.

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6 Kommentare »

  • Etzel sagt:

    Ich möchte hier zu nur erwähnen, dass es zwar richtig ist, dass die Linken in Deutschland sich nie richtig um die Folgen der Einwanderung gekümmert haben sonder sie lediglich ideologisch instrumentalisierten. Aber von 1982-1998(eine ganz entscheidende Zeit bzgl. Integrationsversäumnisse!!) regierten in Deutschland die Rechten, also CDU und FDP. Und die wollten nur die “heile Welt”, haben die Einwanderung geleugnet und sich um überhaupt gar nix gekümmert. Also wer hat wohl die grössere Schuld in Sachen versäumter Integrationspolitik?

  • joschi sagt:

    Ein sachlich geführter Migrationsdiskurs ist das, was in Österreich und offensichtlich auch in Deutschland, dringend gebraucht wird. Für das Auslösen einer hitzigen Debatte sind oft radikale Äußerungen oder schockierende Geschehnisse notwendig (allein das sollte uns schon zu denken geben). Wenn aber ein Mann aufgrund seiner unglaublich dummen und leider öffentlichen Hirngespinste berechtigte massive Kritik erntet und im Gegenzug dazu von vielen (aus Mitleid? …oder vielleicht doch aus Überzeugung?) zum zweifelhaften Märtyrer /Held hochstilisiert wird, hört der Spaß definitiv auf. Ich finde die SPD hat den bestmöglichen Weg gewählt und sich sehr klar und deutlich von diesen Aussagen distanziert. Den Linken die gesamte Migrationsproblematik in die Schuhe zu schieben finde ich übertrieben und auch nicht zielführend. Hier geht es um Jahrzehnte politischer Verantwortung von allen regierenden Parteien.

    „Man muss den Zuwandernden, den Zugewanderten und ihren Kindern und Kindeskindern erklären, dass in Deutschland und weiten Teilen Europas universelle Rechte gelten. Und weil diese Rechte jahrhundertealten linken und liberalen Forderungen entsprechen, muss das die Linke erklären.“

    Das sollte in diesem Fall doch eher an die regierenden Parteien, die CDU und die FDP, adressiert werden. Wie man so etwas sinnvoll umsetzt, ist eine andere Geschichte…

  • saxo lady sagt:

    wies in deutschland läuft, kann ich nicht genau sagen, aber hier in österreich???
    die linke ist schuld dran, wies läuft?
    die linke (wo bitte gibts die in österreich?) hat aus ökologischen gründen die ausländer reingeholt? in gettos verfrachtet? von der allgemeinbildung ausgesperrt und dafür gesorgt, dass die 3. generation schlechter deutsch spricht als die 2.?

    wie stellt sich der gelernte österreicher und deutsche denn das vor mit den “ausländern”?
    wenn wir welche brauchen, holen wir sie rein, natürlich ohne familie, weil wie kommen wir herrenmenschen dazu, uns diese “anderen” im park oder in der schule oder sonstwo “antunzumüssen”. sie arbeiten natürlich viel billiger…drum haben wir sie ja geholt, dann schicken sie das geld—das geht ja garnicht, ist doch österreichisches bsp…irgendwo hin. aber nein, ihre familien nachkommen lassen…siehe oben…geht ja überhaupt nicht.

    ja es sind fehler gemacht worden. und so wie ich naives gutmenscherl die linke immer verstanden hat, wollte sie raus aus dieser gettoisierung. wollte sie den zugewanderten echte integration bieten. und nicht wenige meiner freunde sind zugewanderte und ziemlich integriert. wunder: die üben ihren islam.glauben ähnlich intensiv aus, wie vielleicht meine großeltern noch ihren kath.glauben. wer war an der macht und hat die möglichkeiten geschaffen? die linke? in österreich? geh bitte.

  • Marti sagt:

    Der Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger sagt:

    “Hinter der Sarrazin-Debatte steht folgendes: Im Kern geht es um das Selbstwertgefühl der linksliberalen Minderheit der Bevölkerung, die lange an die Idee der multikulturellen Gesellschaft geglaubt hat. Sie steht, wenn man die Probleme des Landes mit seinen Muslimen ernst nimmt, vor den Trümmern ihres Weltbildes, das sie gegen einen informierten Kritiker verteidigt.”

  • Lina sagt:

    Hier haben Sie Recht, Herr Lennox, danke für diesen Beitrag! Schicken Sie gleich den Link an Frau Glawischnig! Deshalb wähle ich die Grünen seit Jahren nicht mehr.

  • Düzgün Celebi (via Facebook) sagt:

    Die österreichischen – wahrscheinlich auch die europäischen – Kommunisten und Sozialisten sind wie die verdorbenen Äpfel und Birnen, die im Herbst unter ihren Stambaum verfaulen. Oder manche werden als Most verkauft.

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