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Champions League: die Chancen von Milan und Roma gegen Manchester und Arsenal London? Zwischen gering und null.

Von | 09.03.2009, 5:34 | 2 Kommentare

Sie leisten sich haarscharf kalkulierte Balance-Akte, aber sie tun es mit für die Gegner entmutigendem G´spür. Drei der Großen 4 Schwergewichte der Premier League waren am Wochenende im FA-Cup im Einsatz, ließen ihre Topstars im Hinblick auf die kommenden Champions League-Dates auf der Ersatzbank – und zogen dennoch souverän ins Semifinale des ältesten Fußballbewerbs der […]

alex-ferguson2Sie leisten sich haarscharf kalkulierte Balance-Akte, aber sie tun es mit für die Gegner entmutigendem G´spür. Drei der Großen 4 Schwergewichte der Premier League waren am Wochenende im FA-Cup im Einsatz, ließen ihre Topstars im Hinblick auf die kommenden Champions League-Dates auf der Ersatzbank – und zogen dennoch souverän ins Semifinale des ältesten Fußballbewerbs der Welt ein, jeder auf seine Art. Besonders arrogant Manu-Boss Alex Ferguson, der für das delikate Auswärts-Match gegen die in dieser Saison straff organisierte Elf von Fulham auf die Supertechniker Cristiano Ronaldo und Dimitar Berbatov verzichtete – wodurch den Verteidigern der Westlondoner Truppe erspart blieb, 90 Minuten lang schwindlig gespielt  zu werden. Sie wurden lediglich niedergewalzt. Zwei in Hochform agierende Muskelpakete wie Wayne Rooney und Carlos Tevez wie gereizte Bullen auf dich zustürmen zu sehen muss eine der ganz beschissenen Erfahrungen im Weltfußball sein. Der heuer allzu oft mit dem Dasein des Edelreservisten bestrafte Tevez signalisierte Boss Ferguson bereits vor der Pause mit zwei Treffern, dass er sich die Aufstellung im Champions League-Match gegen Inter Milan vielleicht noch einmal gut überlegen sollte, das 2:0 übrigens ein sehenswerter Fernschuss in die linke obere Ecke des Fulham-Gehäuses nach einem Solo, normalerweise ein Kandidat für das Tor des Monats, diesmal nicht einmal eines der drei besten Tore des Wochenendes. Wayne Rooney und Energiebündel Park Ji Sun komplettierten mit coolen Abschlüssen von der Strafraumgrenze den 4:0-Samstag-Spaziergang in London.
Zuvor hatte bereits Didier Drogba beim 2:0-Auswärtssieg von Chelsea gegen Zweitligisten Coventry mit einem Tor aus spitzem Winkel nach unwiderstehlichem Alleingang bewiesen, dass mit ihm ab sofort wieder zu rechnen ist. Den zweiten Treffer steuerte Verteidiger Alex per Direktschuss nach elegantem Zuspiel des rechten Flügels Quaresma bei.
Eine sehenswerte Gala mit drei sensationellen Toren bot dann am Sonntag die junge Truppe von Arsenal den nicht ganz 60 000 Zuschauern im Londoner Emirates Stadion beim 3:0-Sieg gegen Underdogs Burnley. Mit verletzten Stars wie Cesc Fabregas, Emmanual Adebayor und Tomas Rosicky nach wie vor out, gönnte sich Coach Arsene Wenger außerdem den Luxus, seinen dieser Tage verlässlichsten Matchwinner Robin van Persie sowie Stürmerkollegen Niklas Bendtner zu schonen. Der nach 9monatiger Verletzung genesene Kroate Eduardo und das 19jährige mexikanische Supertalent Carlos Vela schlüpften in die vakanten Hauptrollen, letzterer nach 21 Minuten mit einem unverschämten Heber, der seinem ersten Tor für die Gunners vor wenigen Monaten gegen Sheffield United verblüffend ähnelte. Sehen Sie sich das an.

Ein Traumtor, dessen Brillianz dann durch Eduardo in der zweiten Hälfte mit einem Aussenrist-Volley per linkem Fuß ins Kreuzeck noch in den Schatten gestellt wurde. Fixiert wurde der Endstand schließlich knapp vor Spielende nach genialem, von Emmanuel Eboué endgefertigtem Ferserlpass, der eigentlich nur in Brasilien passieren sollte.
Alle 4 Premierligisten gehen mit maximalem Selbstvertrauen in die Champions League-Spektakel, die Tücken allerdings liegen in Details. Am sichersten sollten sich Dienstag Abend nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel bei Real Madrid die – vergangenes Wochenende spielfreien – Reds von Liverpool fühlen, allerdings haben sich Steven Gerrard und Co unter Trainer Rafael Benitez nach einem Auswärtssieg zuhause noch nie wohl gefühlt. Der angeschlagene Stürmerstar Fernando Torres sollte zwar rechtzeitig fit sein, mit einem Heimsieg der Reds dennoch kein vernünftiger Mensch rechnen, sehr wohl aber mit endzeitgestressten, „You´ll Never Walk Alone“ grölenden Liverpool-Fans sowie letztlich einem Aufstieg der Benitez-Elf. Ähnlich optimistisch sollte die Stimmung bei der Altherrentruppe von Chelsea sein, denen Neomanager Guus Hiddink neuerdings offenbar Ernst Happels alte Weisheit in Erinnerung gerufen hat, dass Sieger ist, wer am Ende zumindest ein Tor mehr geschossen hat als der Gegner – in diesem Fall Juventus Turin, die zum Glück für die Londoner noch älter und langsamer sind als die Chelsea-Kicker (Hinspiel: 1:0).
Mangelnde Erfahrung dagegen könnte das Blatt gegen die jungen Gunners von Arsenal wenden, die am Mittwoch auswärts ein 1:0 gegen Roma verteidigen. Allerdings hat Wenger mit dem wiedergenesenen Theo Walcott wieder einen blitzschnellen Joker zur Verfügung. An mangelnder Klasse sollte Arsenal nicht scheitern, nur sagt die Statistik, dass die Wenger Boys nach einer Glanzpartie am Wochenende am Mittwoch danach zumeist müde wirken.
Bliebe Manchester United, seit 20 Champions League-Spielen ungeschlagen, überlegener Tabellenführer der Insel, seit Wochen im Spielrausch und auch Favorit gegen den italienischen Tabellenführer Inter Mailand (Hinspiel 0:0). Tatsächlich gibt es nur ein Argument, das für Inter spricht: Coach Jose Mourinho. Der hatte zeit seiner Tätigkeit bei Chelsea wiederholt bewiesen, dass er Sir Alfred Ferguson taktisch in – und auswendig kennt. Und Mourinho war es auch, der mit dem FC Porto 2004 nach einem 0:0 im Hinspiel und 1:1 im Old Trafford Stadion die Rothemden ausschaltete, um dann die Champions League zu gewinnen.

2 Kommentare »

  • Manfred Sax sagt:

    Mein Herr,
    ich kann mich dunkel an eine herbstliche Beisldiskussion zum Thema erinnern. Damals ging es um die Frage „Chelsea oder ManU für den Titel“ und ich argumentierte für Liverpool als ersten Herausforderer Manchesters, weil der nunmehrige Ex-chelsea-coach Scolari die Blauen „brasilianisch“ spielen ließ, das heißt mit offensiven Außendeckern – was gegen schnelle Topteams wie Arsenal und ManU nur ins Auge gehen konnte. Allerdings hat Scolari-nachfolger Hiddink die Blues nun defensiv stabilisiert. Liverpool-manager Benitez wiederum wollte die vorweihnachtliche Tabellenführung seines Teams dazu benützen, seine klubinterne Machtposition auszubauen – was zu öffentlich ausgetragenen Wickeln führte, die das Team vorübergehend lähmten. Und ja, ManU erreichte am Wochenende phasenweise ein geradezu künstlerisches Niveau (Ebene Hemingway´s Fiesta). Erwähnenswert aber auch eine Statistik: in bislang 13 Aufeinandertreffen zwischen Ferguson und Mourinho hat der Portugiese genau einmal verloren. Ihr MS

  • anh sagt:

    Ich neige auch nach dieser Lektüre dazu, diesem Mann alles über Fußball zu glauben. Aber auch wenn der Fußball rund bleibt, ist es mit diesem schönsten aller Spiele ein Kreuz. Denn vor wenigen Wochen noch schrieb mir ein Mann, dem ich alles über Fußball glaube, über die Dominanz der elf Herren aus dem Industriestädtchen Liverpool. Ich solle mein Geld verwetten.

    Ich habe es behalten.
    Um mir demnächst meinen ManU-Schrein zu erweitern.

    Ich glaube diesem Mann fast alles über Fußball. Solange es nicht um die Bewertung der galaktischen Ferguson-Jünger geht.
    Jene, die morgen dem portugiesischen Übersetzer wieder einmal erklären, was Verlieren auf Englisch bedeutet.
    Jene, die heuer alle Titel gewinnen, um die sie mitspielen dürfen.
    Jene, die sich dadurch die Zukunft zu Untertan machen.

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