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Kopftuch, Novomatic und Heroin

Von | 31.05.2010, 6:00 | 2 Kommentare

Laut der Tageszeitung „Presse“ setzt Peter Pilz Heroin und Novomatic-Automaten gleich. Das kann das nur eines bedeuten: Heroin gehört legalisiert. Oder?

Was haben Kopftuch, Spielautomaten und Heroin gemeinsam? Der Staat soll sie laut Pilz alle verbieten. Die Rechten wollen kein Kopftuch, Peter Pilz will kein Novomatic und alle sind gegen Heroin. Die Liste sollte man auch noch mit Prostitution vervollständigen.

Die Begründung läuft auf dasselbe hinaus. Die Opfer, also die armen schuldlosen (Spiel-)Süchtigen (Frauen) müssen vor ihren bösen Dealern (Novomatic, Männern) geschützt werden. Der Staat solle diese Bedrohungen von der Familie (der Gesellschaft) abwenden. Um das zu erreichen, bestraft man natürlich die Opfer. Wer sein Gesicht verhüllt, muss nun in Frankreich und Belgien mit Geldstrafen rechnen. Drogensüchtige, Prostituierte und Teilnehmer von (illegalen) Glückspielen dürfen in allen Ländern mit Gefängnisstrafen rechnen.

Diese sogenannten Opfer können ihr Lebensweise verteidigen, wie sie wollen – aus offizieller Sicht spricht aus ihnen nur ihre verwirrte Psyche. Und ihre Gegner, die sie aus ihrer miserable Lage befreien wollen, indem sie sie bestrafen, haben immer Recht.

Die Grundidee ist dieselbe: Menschen sind dumm und leicht verführbar. Sie wissen nicht, was sie tun. Ergo muss der Gutmensch, personifiziert in Form des Staates, diese Menschen durch Strafen auf den rechten Weg leiten. Nicht nur vor Drogen oder Kopftücher soll der Staat uns schützen, sondern auch vor fett machendem Junk-Food, aggressiv machenden Computerspielen, dumm machendem Fernsehen und andere verwerflichen Technologien.

Ich habe einen ganzheitlichen Vorschlag, wie wir die Menschen von allen diesen Sünden befreien kann: Alle Schule werden zu Internaten, wo die Kinder lernen, leben und essen. Dadurch ernähren sie sich nicht nur gesund, sondern werden auf vor Computerspielen, Drogen und anderen schlechten Einflüssen, wie Eltern, abgeschirmt.

Fast-Food-Ketten werden geschlossen, Computerspiele werden konfisziert, Religionen abgeschafft. Der Staat gestaltet Fernseh- und Radioprogramme, die die Bürger bilden und informieren. Aus Dankbarkeit ist das Zuhören verpflichtend.

Schmuck ist verboten. Und alle Menschen müssen gleich gekleidet sein, sodass alle Menschen gleich werden (abgesehen von den Reichen und Bankern, die müssen einen gelben Stern tragen). Und Geschlechtsverkehr wird reglementiert, damit es keinen Bedarf nach Prostitution gibt.

Manche mögen fragen: „Hat es so was nicht schon mal gegeben?“ – Ja, aber damals war alles schlecht, weil die Menschen böse waren. Wir sind gut und machen alles besser.

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