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Renee PorneroRenee Unplugged 27. Dreier mit Skorpion

Von | 13.05.2010, 10:34 | 4 Kommentare

Liebe zu dritt? Im Porno ebenso simpel wie privat kompliziert. Aber gut, vielleicht ist das nur der Skorpion in mir.

 

Renee by Doris Karlovits

Um mit dem Anfang zu beginnen: Klein Renee schlüpfte einst an einem 24. OKTOBER, ohne zu wissen, was für eine Bürde ihr damit auferlegt worden war. Meine Mutter erzählt mir heute noch, wie stolz sie darauf war, einen SKORPION gezeugt zu haben. Selbst in diesem Tierkreiszeichen geboren, ging sie davon aus, dass die den Skorpionen nachgesagten Wesenszüge mir das nötige Selbstbewusstsein verleihen würden, um über allem zu stehen, was mir das Leben so an den Kopf werfen könnte.

Ganz unrecht hatte sie nicht. Ich hab auch keine Mühe, mich für den Stolz und die Kreativität und Leidenschaft eines Skorpions zu begeistern. Nur gibt es da noch anderes. Herrschsucht und Hochmut zum Beispiel. Zustände, die sich nicht immer unterdrücken lassen. Obwohl ich mit allen Mitteln versuche, genau das zu tun.

Es gibt Leute, die eifern ein Leben lang ihrem Vater nach. Ich wiederum wollte nie so werden wie meine Mutter. Sie war oft etwas sehr präsent. Typisch Skorpion, würde ich sagen. Wir glauben halt gern, die Welt dreht sich um uns und sonst niemanden. Meine Mutter bildete da keine Ausnahme, sie war sich stets selbst die Nächste.

Diesen Wesenszug wollte ich nicht „erben“, nein, ich wollte ein zuvorkommender Mensch werden und mein Gegenüber respektieren, im Stande sein, dem Nächsten gelegentlich auch Wünsche von den Augen abzulesen. Und ich schwöre, ich habs versucht. Aber leider:

Ein Skorpion ist ein Skorpion.

Foto: (((o.kvlt)))

Zumindest in Sachen Sex bin ich somit nicht immer einfach zu handeln. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn es darum geht, das Abenteuer etwas über die Konventionen zu erheben – und einen weiteren SPIELGEFÄHRTEN zu „adden“. Denn: Pornostar hin oder her, Offenheit schön und gut, aber mein Kerl aka LAP gehört mir. Hände weg von ihm! Ich bin hochgradig eifersüchtig, ich bin schonungslos besitzergreifend, ich bin SKORPION. Meins, meins, meins.

Meine Beziehung mit dem Ex scheiterte kläglich an dem Versuch, ihm das zu geben, wonach er zu Recht verlangte. Nämlich das, was ich mir als Darstellerin zur Genüge gönnte: LIEBE ZU DRITT (viert, fünft, sechst und so weiter). Vor der Kamera ist das eine tolle Sache. Jeder weiß worum es geht, niemand ist peinlich berührt, man probiert alle Kombinationen. Unter Frauen behutsamer, bei Männer-Überschuss immer kräfteraubend. Letzteres war zufällig genau meine Linie. Ad hoc fällt mir gleich mein Dreier in Up’R Class ein, mit Benjamin Brat (nein, nicht DIESER Benjamin, der heißt Bratt) und Otto Bauer. Zwei Darsteller, die Gas geben und angenehm rücksichtslos sein können. War ein toller Dreh. Mein Verlobter, mit dem ich mir manchmal meine alten Filme anschau, mag es nicht, wenn ich „DEGRADIERT“ werde, wie er das nennt. Aber ehrlich gesagt: Ich konnte mich über Ben und Otto nicht beklagen. Ich fühlte mich supersexy, war angetörnt, genoss den Dreh von Anfang bis Ende. (Laut Cover-Info gabs sogar eine DOUBLE-A-SZENE, nur kann ich mich nicht mehr erinnern, war wohl in der Zone)

So oder so, am Ende eines Arbeitstages ist man glücklich, es getan zu haben, ohne weiter darüber nachzudenken. Aber privat funktioniert das nicht. Außer es geschieht zwischen unabhängigen Parteien, die dann wieder getrennte Wege gehen.

Auch ein zweiter Mann gestaltete sich anno Ex privat unproblematisch, und ich konnte die Abwechslung genießen. Aber der Gedanke an eine zweite Sie in meinem Bett war höllisch. Nicht, weil ich mit Frauen nichts anfangen konnte. Das Problem war die emotionale Bindung, die mein Ex dann „zur Anderen“ aufbauen würde. Er wollte nicht nur das Ausnahme-Abenteuer, sondern eine fortwährende Dreiecks-Beziehung. Davon war ich überzeugt. Unterschwellig. Daher kam es nie dazu, man folgte seinen Trieben getrennt von einander.

Nach diesem ein Jahrzehnt andauernden Gefühlschaos bin ich wohl ein gebranntes Kind. Ich hätte gerne die Lockerheit, einen Dreier mit LAP einfach zu genießen und nicht darüber nachzudenken. Das Problem ist, dass ich nicht nur Skorpion sondern auch Frau bin. Frauen denken. Zuviel.

Mein Verlobter ist … ein Skorpion. Er ist mein Spiegelbild.  Während wir einander ewige Treue schwören und beide nicht mehr verlangen als die Zweisamkeit in allen Zügen zu genießen, ist da stets auch dieses widerlich unterschwellige „Er wird es tun. Sie wird es tun. Wenn die Gelegenheit stimmt, wird es passieren.” Alles, was nach Heimlichkeit aussieht, wird zerpflückt. Jedes Telefonat wird misstrauisch beäugt. Jeder Alleingang könnte eine Bedeutung haben, die dem Anderen nicht gefällt.

Ich hätte gerne wieder mal Liebe zu dritt. Einfach so. In meiner Position kein Problem, denkst du, wer will nicht mal mit einem Pornostar. Aber diejenige, die du dir aussuchst, denkst du weiter, wird sicher kneifen. Hat sicher Bammel, sie könnte in meinem Schatten stehen. Allmählich aber denkst du richtig: In Wahrheit bin ich es, die letztlich kneift. Sie – die Andere – könnte was anderes haben, tatsächlich wird sie das haben, sonst wär sie nicht „die Andere“, und bei meinem Glück ist das auch noch etwas, das meine massive Erfahrung völlig bedeutungslos macht.

Schon die Möglichkeit so eines Szenarios ist für eine Skorpionfrau schwer verdaulich. Also: Hände weg von meinem Kerl …

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4 Kommentare »

  • mare sagt:

    irgendwann wird es einfach passieren, wenn das fürundwider ausgeschalten wird und du weißt du verlierst nichts;-))))

  • picador sagt:

    Grüße!
    Der Ausdruck “Verlobter” begegnet mir wieder häufiger. Tut gut, weil er trifft. Ich weiß nicht, welche Gründe die jeweiligen Benutzer (des Ausdrucks) jeweils haben, aber: “Freund” oder “Freundin” (so ab den Sechzigern modern) empfand ich seit jeher als unglücklich. Impliziert es doch, dass Mann nur Freunde hat und Frau nur Freundinnen. Voll blöd, möchtegerne modern, spiesig! Im Gespräch muß man sich helfen mit “meine Freundin” versus “eine Freundin”. LAP ist konstruiert und daher nicht alltagstauglich. Also ob da eine offizielle Verlobung stattgefunden hat, ob Eheabsicht gelobt wurde, egal. Vorerst ist das die treffendste Bezeichnung für den Erotikpartner! “Geliebte(r)” ist noch eine Alternative.

    “Gratuliere zur Verlobung und zur bevorstehenden Vermählung!”
    Vorallem aber gratuliere ich zur Wortwahl!

  • truetigger sagt:

    Für unbegründete Eifersucht muss man weder Skorpion noch Pornstar sein :) Aber schön zu lesen, dass es Dir auch so geht.

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